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Einige unvergessliche Anekdoten und Müsterli unserer OM’s

HB9JQ, HB9NG und HB9AEC erzählen von früheren Taten. (Geschrieben 1998)

 

Von Röhren-, Transistorbugs und Linearendstufen

In den Fünfziger-Jahren wurde viel gebastelt und gepröbelt. Als Beispiel wurden einige Röhren-El.-Bugs gebaut. Der technische Aufwand war ziemlich gross, wenn man bedenkt, dass z.B. für jedes Flip-Flop eine Röhre (Doppeltriode) benötigt wurde. Dieser Bug glich eher einem Röhrenempfänger.

Die Zeit und Weiterentwicklung waren nicht mehr aufzuhalten. In der Küche von HB9FP/HB9JQ entstand anfangs der sechziger Jahre dann der erste Transistorbug. Natürlich noch mit Germaniumhalbleitern.

Auch damals in den sechziger Jahren hatte man den Drang nach mehr „Power“. So wurde beschlossen, eine Linearendstufe für den NFD zu bauen. Paul, HB9NG erinnert sich noch gut, wie er einen alten Netztransformator vom EW Steffisburg umgewickelt hat. Die Hochspannungswicklung lieferte 2x1250 Volt Wechselspannung. Gleichgerichtet wurde diese Spannung mit Quecksilberdampf-Röhren. Diese leuchteten so hell, dass eine weitere Stationsbeleuchtung überflüssig war. Leider merkte man erst am Field Day, dass diese Röhren den Empfänger derart störten, dass man nur noch senden und nicht mehr empfangen konnte.

 


 

 

Bau von Peiler für das 80m Band

Ende der sechziger Jahre nahmen einige OG-Mitglieder an Peilübungen der OG Bern teil. Da wir selber noch keine Peiler besassen, erhielten wir von unseren Berner Freunden jeweils ein- bis zwei Geräte zum Gebrauch. Da uns das Peilen sehr faszinierte, beschlossen wir, selber Peilempfänger zu bauen. Dies war sicher die grösste Teamarbeit unserer Ortsgruppe.

Diese sind zwar aus der Sicht der heutigen Technik komplet veraltet, werden aber sicher noch vom einen oder anderen älteren OM als Portabel-Empfänger benutzt.

Willi, HB9JQ opferte eine enorme Zeit für die Entwicklung und den Bau eines Prototypen. Jeder Peilinteressierte beteiligte sich in irgend einer Art beim Bauen. Der harte Kern der Erbauer traf sich mehr als ein Jahr lang, praktisch jeden Freitag in Thun, wo meistens bis Mitternacht gearbeitet wurde. Nachher reichte die Zeit gerade noch für einen Schlummertrunk im „Mubeeri“ (Restaurant Maulbeerbaum, Thun) wo auch Bilanz gezogen und die Arbeiten für den kommenden Freitag vorgeplant wurden.

Auch „Funkermaxe“ HB9RC (OG Bern) hat eine enorme Arbeit geleistet, indem er die 427 Schwingkreis-Spulen von Hand wickelte, mit Wachs vergoss und zusammenbaute!

Es war wirklich eine Augenweide als schlussendlich die 61 Geräte funktionsbereit in Reih und Glied auf der Werkbank standen.

Einige Peiler wurden auch an Interessierte anderer Ortsgruppen verkauft.

Obschon diese Peiler heute moderneren Geräten Platz machen mussten, hat sich dieser Bau, aus kameradschaftlichen Gründen, sicher gelohnt.

Anschliessend wurden noch sechs 80-Meter Fuchssender gebaut, die heute noch bedingt betriebstauglich sind.

 

 

 

Erinnerungsaustausch
(v.l.n.r.) HB9NG, HB9AEC, HB9JQ

Thuner-Peiler

 

 


 

 

 

Der NFD war seit der Gründung der OG, jedes Jahr ein besonderer Anlass für uns. Am Samstag abend war meistens ein gemütlicher Höck unter den OM’s die nicht gerade an der „Taste“ im Funkshack waren.

Richtigen Schwung in die Runde brachte einmal ein Bauer (Namens Oesch) auf der Schwarzenegg, als er zu später Stunde mit einer fünfliter „Milchpinte“ Kaffee erschien (Zusammensetzung ca. halb und halb!!). Der eine oder andere OM kam sicher nahe an die 0,8 Promillegrenze heran....

Am Sonntag kamen jeweils noch die Frauen und Kinder zum gemütlichen zweiten Teil.

Dass an diesen Anlässen nicht nur gegessen und getrunken wurde, beweist das gute Resultat der OG Thun in den Jahren 1970 - 1974 wo fünfmal nacheinander gesamtschweizerisch der erste Platz und somit der Wanderpreis als Eigentum erkämpft wurde.

In früheren Zeiten war man auch noch weniger mobil als heute. HB9CZ, FP, GC, HN, JQ MJ und NT etc. transportierten einmal das NFD Material mit einem „Leiterwägeli“ an den NFD Standort. Zudem waren die damaligen selbst gebastelten Sender und Empfänger um einiges grösser als die heutigen Fertiggeräte. Auch für den Antennenbau scheute man damals keine Mühe. Wurde doch auf der „Lueg“ oberhalb Fahrni eine Langdrahtantenne aus Gefechtsdraht, von über einem Kilometer Länge, gebaut (der Erfolg blieb leider trotzdem aus).

Aufbesserung der OG Kasse

Dass die OG Kasse mit einem Mitgliederbeitrag von drei Franken nicht gerade barst, ist verständlich. Da uns 1966 die Durchführung der GV übertragen wurde, kam eine Liquidationsofferte aus Zürich sehr gelegen. Wir erschraken nicht wenig, als wir vom Bahnhof Thun den Avis erhielten, es stünde ein gedeckter Bahnwagen für uns dort bereit. Dieser war gefüllt mit TV Bildschirmröhren etc. Nun kam die „Gretchenfrage“ wohin mit diesem wertvollen Schatz? Wie wertvoll er war, merkten wir erst, als der Absatz ziemlich stockte (Gottlob war die Kehrichtabfuhr damals noch gratis...).