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4. Digitale Betriebsarten (ASCII)

1948 Mit der Entwicklung des Transistors durch John Bardeen, Walter Houser Brattain und William Shockley beginnt die dritte industrielle Revolution.

Die Technik der integrierten Schaltungen erlaubt Packungsdichten und Geschwindigkeiten, die der Digitaltechnik in der Anwendung zum Durchbruch verhelfen. Die theoretischen Vorarbeiten sind seit Jahrzehnten vorhanden; ihre Umsetzung scheiterte am Aufwand mit Relais und Röhren (ENIAC: 30 Tonnen, 17'468 Röhren, 200kW, kann 20 10stellige Zahlen speichern, 2,8 ms pro Multiplikation).

In den 70er und 80er Jahren folgen den Grossrechnern die Computer für Jeden. C 64, PC- XT, PC-AT und heute kann man sich einen Haushalt ohne Sextium® kaum mehr vorstellen.

 

 

1968 wird der ASCII ‑ Standard eingeführt, ein 7-Bit beziehungsweise 8-Bit -Code. Der ASCII- Standard bildet heute die Grundlage für die Übertragung von 256 Symbolen. Die zunehmende Vernetzung erfordert Normen für die Kommunikation zwischen Maschinen: 1978 kann das OSI-Referenz-Modell verabschiedet werden. Das OSI-RM weist 7 Ebenen auf. Bereits gut aufgenommen sind die unteren drei Ebenen (Layer): Physical, Link, Network. Für den Network-Layer liegt das CCITT X.25 - Protokoll bereit.

1971 Die Universität Hawaii nutzt ein Packet-System, um Daten mit ihren Ablegern auf den Inseln auszutauschen.

1978 beginnt Doug Lockhart, VE7APU, in Vancouver mit einem bit - orientierten Packet‑Radio Versuchsverbindungen aufzubauen. Er gründet die Vancouver Amateur Digital Communications Group VADCG. Die VADCG verwendet für ihre Boards ein Telefon-Modem nach Bell 202 Standard; dies weil solche billigst zu haben waren. Rasch werden weitere Gruppen gebildet und

1981 folgt die erste «Computer Networking Conference» in Gaithersburg, Maryland. Es hat sich rasch gezeigt, dass sich die bestehenden CCITT Protokolle nur bedingt für die drahtlose Übermittlung eignen. Man einigt sich auf ein provisorisches AX.25 Protokoll. Weitere Konferenzen folgen und 1984 wird das heute gültige AX.25 (Version 2) verabschiedet.

In Arizona wird die Tucson Amateur Packet Radio Corporation TAPR gegründet. TAPR kann in kurzer Zeit 2000 TAPR TNC2 verbreiten. Die Boards weisen einen Z80 Prozessor auf und modulieren Bell 202 mit XR2006.

1985 tauchen erste Boards in der Schweiz auf und Packet‑Radio beginnt zu wachsen.

Wie der Name «Packet-Radio» sagt, werden zwischen den Stationen Daten-Pakete ausgetauscht. Gemäss X.25 sind diese Daten-Pakete je mit einer Frame-Check-Sequence versehen. Dieser Check erlaubt es, fehlerhafte Pakete zu erkennen und erneut anzufordern. Die verpackten Daten selber folgen dem ASCII-Code.

Packet-Radio eignet sich im Kurzwellenbereich der Ausbreitungsbedingungen wegen nicht. Trotzdem besteht auch dort der Wunsch, den ASCII-Code übermitteln zu können.

1990 erscheint PACTOR auf dem Markt. PACTOR ist eine Amateur - Eigenentwicklung von DF4KV und DL6MAA. PACTOR überträgt den ASCII-Code und nutzt neueste Schmalbandmodulation. Die Betriebsart setzt sich rasch durch und wird mittlerweile auch kommerziell genutzt.

1990 Gleichzeitig wird in Amerika von Ray Petit, W7GHM, CLOVER vorgestellt. CLOVER ist ab 1992 auf dem Markt erhältlich. Modulation: es werden 4 Ton-Impulse BPSK, QPSK, 8PSK, 16PSK und bis 4-level ASK moduliert. CLOVER erkennt die unter den gegebenen Bedingungen geeignete Modulation und stellt diese automatisch ein.

1995 wird PACTOR-II vorgestellt. PACTOR-II nutzt DPSK (Differential Phase Shift Keying). Bei einer Bandbreite von 500 Hz werden bis 800 Bit/s erreicht. Das Gerät enthält DSP und einen 32-Bit Prozessor.