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3. Digitale Betriebsarten (BAUDOT)

1946 werden nach dem zweiten Weltkrieg Fernschreiber (Teletype®) aus den vielen militärischen Drahtnetzen ausgemustert. Funkamateure, vornehmlich in den U.S.A., fassen die Gelegenheit und versuchen diese Teletypewriter TTY drahtlos zu betreiben. Es entsteht die digitale Betriebsart RTTY.

RTTY (RadioTeleTyping) wird rasch auch kommerziell zur Verbreitung von Nachrichtenbulletins (Reuter und viele andere) und Wettermeldungen verwendet

Die Fernschreiber verwenden den von BAUDOT entwickelten 5er Code. Der Code kennt 25=32 Zeichen und hat keine Redundanz. Die 32 Zeichen setzen sich zusammen aus 26 Buchstaben und 6 Steuerzeichen. Die beiden Steuerzeichen LTRS (Letter Shift) und FIGS (Figure Shift) ermöglichen, den Satz der 26 Buchstaben um 26 Zahlen und Interpunktionen zu erweitern. Der BAUDOT-Code, in England auch MURRAY-Code genannt, kann mit diesem Trick 58 Symbole übermitteln.

 

In Europa erschliesst sich RTTY dem Amateurfunk erst gegen 1960. Das ist einerseits auf die behördliche Zurückhaltung und andererseits auf die Ablehnung durch die IARU-Verbände zurückzuführen. Es erstaunt nicht, dass in jener Zeit in vielen Ländern Vereinigungen entstehen, die ihre Interessen an den digitalen Betriebsarten gegenüber den Behörden und der IARU vertreten. Vielmehr erstaunt, dass schon damals die IARU-Verbände gegen RR 53 und damit ihre eigenen Interessen verstossen.

1979 macht Peter Martinez, G3PLX, die Funkamateure mit AMTOR bekannt. AMTOR ist aus SITOR gewachsen und nutzt einen 7-Bit Code. Dieser Code nach CCIR 476 nutzt die gleichen Symbole wie der beschriebene BAUDOT-Code. 1986 wird der Code mit CCIR 625 um einige Möglichkeiten erweitert. Da AMTOR in zwei Bit redundant ist, lässt der Code eine Fehlererkennung und Korrektur zu. Der Code ist so konstruiert, dass pro Symbol genau drei Nullen und vier Einsen vorhanden sind. Zudem ist der BAUDOT-Code als Bit 2 bis Bit 6 im CCIR 476 Code enthalten. AMTOR kennt die Modi ARQ, FEC, SELFEC und LISTEN.