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2. Drahtlose Übermittlung

1888 kann HERTZ die von MAXWELL theoretisch vorausgesagten elektromagnetischen Wellen experimentell nachweisen.

1896 überträgt POPOFF die Worte «Heinrich Hertz» drahtlos über eine Distanz von 25 Meter. Seine Arbeiten und Versuche bleiben wenig beachtet.

Gleichzeitig kann MARCONI in La Spezia drahtlos übermitteln und erhält ein englisches Patent.

1899 kann BRAUN eine Verbindung zwischen Cuxhaven und dem Feuerschiff Elbe I herstellen. Er verwendet als erster den abgestimmten Schwingkreis.

1901 gelingt MARCONI die erste transatlantische Verbindung von Poldhu in Cornwall nach St. Jones auf Neufundland.

Bei seinen Versuchen verwendet MARCONI das Morsealphabet. Die Übermittlung von Daten mit dem Code von MORSE ist damit die erste digitale Betriebsart im Bereich der drahtlosen Verbindungen.

Die Vermittlung von Daten im Morse-Code bleibt bis zum zweiten Weltkrieg die einzige international geordnete Möglichkeit der drahtlosen Übertragung. Dafür sind mehrere Gründe massgebend:

Die Hochfrequenztechnik kann sich erst mit der Entdeckung der Verstärkerröhre rascher entwickeln. Die ersten Gross-Sender basieren auf Hochfrequenzmaschinen.

Bis in die 30er Jahre gilt der Bereich über 2 MHz für die kommerzielle Nutzung als unbrauchbar. Es bleibt den Funkamateuren vorbehalten, in der Röhrentechnik und der Kurzwellentechnik Pionierleistungen zu vollbringen.

 

Die Weltwirtschaftskrise und der zweite Weltkrieg lassen die Investoren andere Bedürfnisse höher stufen. (Funkstille kann auch ohne digitale Betriebsart eingehalten werden).

Die Ausbreitungsbedingungen erlauben den Einsatz von Maschinen kaum. Die Empfangstechnik reift mit der zunehmenden Elektrodenzahl in den Röhren und die Überlagerungstechnik (Superheterodyne)

setzt sich erst in den 30er Jahren langsam durch. Die Selektivität und Dynamik des menschlichen Ohres sind bis heute nicht erreichbar.

Die digitale Betriebsart CW wird mit abnehmender Tendenz heute noch aktiv oder passiv gepflegt in einigen Armeen, in Ländern der Dritten Welt aus Kostengründen und im Amateurfunk.